#3 Chemnitz erzählt Märchen

Jette Rüdiger • 30. März 2026

Wie aus einer Idee der Stadt ein Wettbewerb wurde, der bleibt

Ein Mann in grüner Strickjacke und Mütze hält in einem Geschäft, im Hintergrund sind Regale zu sehen, ein Buch hoch.

Wie aus einer Idee der Stadt ein Wettbewerb wurde, der bleibtManchmal denkt man ja, man hat eine Stadt nach einem Wochenende ganz gut verstanden.
Ein paar Sehenswürdigkeiten gesehen, ein paar Fotos gemacht, vielleicht noch gut gegessen.

Und dann kommt Chemnitz und sagt ganz freundlich: „Schau nochmal hin.“


Genau dafür wurde 2021 der Schreibwettbewerb „Dein Chemnitz. Dein Märchen“ ins Leben gerufen. Die Idee der Stadt war so einfach wie genial. Wenn sich eine Stadt nicht sofort erklärt, warum erzählt man sie nicht einfach neu? Als Märchen.

Seitdem schreiben Menschen ihre eigenen Chemnitz Geschichten. Und die sind alles andere als langweilig. Da wird der Schlossteich zur Bühne für Prinzessinnen, der Zeisigwald bekommt plötzlich eine ganz eigene Magie und Orte, an denen man vorher einfach vorbeigelaufen wäre, bekommen eine zweite Bedeutung.


Man merkt ziemlich schnell, hier geht es nicht darum, irgendwas zu erfinden. Hier geht es darum, genauer hinzuschauen. Und vielleicht auch ein bisschen um die Erkenntnis, dass Chemnitz mehr kann, als man auf den ersten Blick vermutet.


Was als Projekt gestartet ist, hat sich inzwischen fest etabliert. Jedes Jahr werden neue Märchen eingereicht, ausgezeichnet und im Chemnitzer Märchenbuch veröffentlicht.

Bei der letzten Preisverleihung wurde wieder deutlich, wie viel Kreativität in der Stadt steckt. Unterschiedliche Geschichten, unterschiedliche Blickwinkel – und am Ende eine ziemlich schöne Sammlung davon, wie Menschen Chemnitz sehen.

Und ja, manchmal ist das überraschender, als man denkt.


Mit Marcus Lehmann hat der Wettbewerb jemanden gefunden, der die Idee weiterträgt und weiterentwickelt.

„Uns ging es von Anfang an darum, Chemnitz einmal anders zu erzählen. Nicht über Fakten, sondern über Fantasie. Märchen schaffen es, Orte neu zu sehen und genau das macht diese Stadt so spannend“, sagt er.


Und genau das funktioniert erstaunlich gut. Denn plötzlich merkt man, vielleicht lag es gar nicht an der Stadt. Vielleicht hat man nur falsch hingeschaut.

Und was passiert dann? Dann passiert genau das, was Marcus Lehmann beschreibt:

„Das Schönste ist zu sehen, wie viele Menschen anfangen, ihre eigene Geschichte über Chemnitz zu schreiben. Der Wettbewerb wächst jedes Jahr weiter und mit ihm die Idee, dass diese Stadt voller Geschichten steckt, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.“


Und ja, man kann erstmal ein bisschen schmunzeln. Bis man selbst anfängt, durch die Stadt zu laufen und sich denkt: „Okay… das hier hätte tatsächlich auch ein Märchen sein können.“


Unsere Idee für morgen

Chemnitz einfach mal anders betrachten. Nicht nur schauen, was da ist. Sondern überlegen, was daraus werden könnte.

Und vielleicht am Abend genau das tun, was man eigentlich schon lange nicht mehr gemacht hat: ein Märchen lesen. Die Chemnitzer Märchenbücher gibt es auch bei uns im c/onsum56 im c/o56 Chemnitz.

Und wer weiß, vielleicht sieht die Stadt am nächsten Morgen schon ein kleines bisschen anders aus. Oder zumindest spannender.

Ein Mann mit Bart und Brille hält im Freien vor der Kulisse der Skyline einer Stadt ein  Buch mit Fotos & Texten.
Jemand filmt mit ihrem Handy eine Person, die mit einem grünen Hut und Pullover bekleidet auf einer Terrasse sitzt.
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